Die Internationale Messe für zeitgenössische Kunst in Paris, kurz FIAC, hat am 7. März 2021 ihre Lichter gelöscht. Es ist gelungen, 212 international renommierte Galerien aus 28 Ländern in einem virtuellen Format zusammenzubringen, nachdem die Ausgabe 2020 aufgrund von Eindämmungsmaßnahmen abgesagt wurde.

Die FIAC wird seit 1974 jedes Jahr organisiert und ist ein jährliches Kunstereignis, bei dem sich Sammler, Kuratoren und andere Persönlichkeiten der Kunstwelt treffen. Es ist der Ort schlechthin, der es zeitgenössischen Künstlern ermöglicht, ihre Kreationen in großen, ihnen zur Verfügung gestellten Ausdrucksräumen zu präsentieren.

Präsentiert von Jennifer Flay (Direktorin der FIAC), bot der virtuelle Zugang zu den “FIAC Online Viewing Rooms” die Möglichkeit, die Werke nach Entstehungsjahren, Autoren, Dimensionen und nach Medium und/oder Preis zu entdecken.

Auch afrikanische Galerien waren vertreten

Von den 212 teilnehmenden Galerien stammten nur zwei vom afrikanischen Kontinent. Es waren die Galerie Selma Feriani (Tunis) und die Galerie Cécile Fakhoury (Abidjan, Dakar, Paris).

Selma Feriani ist eine Frau mit einer Leidenschaft für Kunst, in die sie seit ihrer Kindheit eingetaucht ist; ihre Mutter war selbst Galeristin. Ausgebildet in London am Christie’s Institute, eröffnete sie 2013 ihre Galerie in Tunis. Ihr Ansatz ist es, die künstlerische Kreativität junger lokaler Talente zu fördern. Selma weitet ihre Unterstützung in der Subregion aus und berührt ganz Nordafrika und den Nahen Osten. Ihre Aufgabe ist es, Künstler ausfindig zu machen und sie im Prozess des Schaffens, der Ausstellung und des Verkaufs ihrer Werke zu begleiten. Sie arbeitet auch mit den wichtigsten Galerien, Museen und anderen Mäzenen zusammen, um die zeitgenössische afrikanische Kunst zu fördern.

Was Cécile Fakhoury betrifft, so besaßen ihre Eltern ebenfalls eine Galerie in Paris. Nichts prädestinierte sie dazu, das Familienerbe zu übernehmen, da sie ihr Studium kaufmännisch ausgerichtet hatte. 2012 gründete sie ihre erste Galerie in Abidjan, 2018 folgte eine weitere in Dakar und 2019 ein Showroom in Paris. Sie fördert vor allem einheimische oder afrikanische Künstler; in der Überzeugung, dass deren Anerkennung auf internationaler Ebene die Frucht ihrer eigenen Förderung sowie der Entwicklung afrikanischer Galerien sein wird.

Afrikanische Galerien auf der Weltbühne

Zeitgenössische afrikanische Kunst ist in den letzten zehn Jahren auf dem Vormarsch und erfährt eine besondere Aufmerksamkeit, ein spürbares Interesse. Biennalen, Messen, Ausstellungen, Museen, Galerien, Stiftungen … ständig wachsend sind die Vektoren.

Unsere beiden Aussteller haben den Weg für eine ganze Reihe von Künstlern und Sammlern in der zeitgenössischen Kunstwelt aus Afrika und seiner Diaspora geebnet. Sie haben ihre originelle Note in die Kunstwelt eingebracht und durch zahlreiche Kooperationen internationale Anerkennung erlangt.

Eine wachsende Präsenz von Kunstgalerien auf afrikanischem Boden, die afrikanische zeitgenössische Kunst fördern, wird daher diese Art der Zusammenarbeit intensivieren und durch den Abprall an afrikanischen Künstlern zu Akteuren ihrer Anerkennung werden.

Der Termin ist damit für die nächste physische Ausgabe der FIAC vom 21. bis 24. Oktober 2021 im Palais Ephémère auf dem Champ de Mars in Paris festgelegt.


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