Seit dem 15. Januar 2021 hat sich Afrika mit einer außergewöhnlichen Ausstellung im Espace d’Art Le Comœdia in die Bretagne eingeladen. Mit 140 Werken und 23 Künstlern aus Benin, Burkina Faso, Kamerun, Kongo (DRC), Elfenbeinküste, Ghana, Frankreich und Senegal feiert Visions d’Afrique die Vielfalt.

Afrika aus der Sicht der Kunst

Von den “klassischen” Künsten wie Malerei, Bildhauerei und Gravur bis hin zu den modernsten Künsten wie Street Art und Pop Art, über Fotografie und Collage, ehrt diese Ausstellung bei Comœdia die Pluralität der Sichtweisen und die Vielfalt der Kreationen der ausstellenden Künstler. Durch die mehr als einhundert ausgestellten Werke wird den Besuchern die Wahrnehmung Afrikas durch die Augen der Künstler geboten.

Die Vielfalt von Visions d’Afrique liegt sowohl in den verwendeten Medien (Fotografien, Skulpturen, Stiche, Gemälde usw.) als auch in den behandelten Themen (Mythologie, Szenen des täglichen Lebens, gesellschaftliche und politische Vision des Herkunftslandes usw.). Auch grafisch und vom Volumen her ist es eine sehr farbenfrohe Ausstellung, die die Vielfalt der präsentierten Werke und den unbestreitbaren Reichtum Afrikas widerspiegelt.

Adeline de Monpezat, die Leiterin des Ortes, möchte mit dieser künstlerischen Linie den westlichen Look und die Vision verändern. Sie erklärt, dass es “keine einheitliche und homogene afrikanische Kunst gibt, sondern eine Vielfalt von Künstlern, die alle ihre eigenen Techniken, Sensibilität und Phantasie haben“. Sie präzisiert: “Es handelt sich nicht um eine Ausstellung afrikanischer Kunst, wir sprechen nicht zum Beispiel über französische Kunst. Es ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst“.

Ein beeindruckendes Ausstellerfeld

Die Künstler, die bei Comœdia für diese Veranstaltung ausgestellt werden, kommen aus so unterschiedlichen Welten wie ihre Werke. Mehrere Bewegungen werden dadurch hervorgehoben.

Die populäre Malerei, getragen von mehreren berühmten Malern aus dem Kongo wie Pierre Bodo, Bodo Fils oder Francklin Mbungu, wird hervorgehoben. Im gleichen Kielwasser sind auch die Werke von Shula Mosengo und Chéri CHERIN, ebenfalls Meister dieser Bewegung, ausgestellt. Die Malerei nimmt einen prominenten Platz in dieser Ausstellung ein, sei es durch Werke von lokalen Künstlern (Brest) wie Loïc Madec oder international geschätzten Künstlern wie ALMIGHTY GOD und Soly Cissé.

Urban Art und Neo Pop Art sind gut vertreten durch Kouka Ntadi, Spezialist für Street Art, Fred Ebami, den anonymen Künstler Treize Bis, der in Frankreich mit seinen Collagen beeindruckt, und Gopal Dagnogo. Die zeitgenössische Szene gibt sich ein Stelldichein mit der unübersehbaren Leslie Amine, Malerin und einzige Frau der Ausstellung, und Benjamin Deroche, Fotograf, der uns noch nie gezeigte Bilder bietet. Sie sind das Ergebnis einer zufälligen Entdeckung von Negativen im doppelten Boden eines alten Koffers, die die Reise des Besitzers des Koffers nach Afrika nachvollziehen. Der Fotograf schuf aus diesen Negativen, die er entwickelte, “mit Scherben und Spuren von Blattgold veredelte Werke”.

Werk von Marc Piano, Keramik-Bildhauer. (©Côté Brest)

Die Skulptur wird getragen von Abou Traoré aus Burkina Faso, Bienvenu Nanga aus der DRC, Euloge Glèlè aus Benin sowie Jean-Bernard Susperregui, Marc Piano und Vincent de Monpezat aus Frankreich. Gravurarbeiten werden von Thomas Godin vorgeschlagen, und wenn Sie nach sehr vielseitigen Künstlern suchen, werden Sie von den Werken von Jean-Yves André und William Adjété Wilson begeistert sein.

Die Comœdia: ein prestigeträchtiger Gastgeber für Visions d’Afrique

Das Comœdia, eine private Kunstgalerie, ist seit 2019 in einem mythischen Gebäude in Brest geöffnet, das, nachdem es zunächst ein Theater und dann ein Kino war, 30 Jahre lang verlassen blieb. Im Herzen von Brest gelegen, ist es ein wahres architektonisches Juwel im Stil der 1940er Jahre. Die Aufgabe des Kunstraums ist es, zeitgenössische Künstler, Maler, bildende Künstler und Bildhauer, sowohl etablierte als auch aufstrebende, zu fördern, indem sie ihre Werke zum Verkauf anbieten. Die Galerie ist von Donnerstag bis Samstag von 14.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Im Rahmen der Ausstellung bietet sie Art Weekends an, Führungen durch die Ausstellung jeden Samstag um 9:30 und 11:00 geschlossene Galerie. Es sind Konferenzen mit Experten für zeitgenössische afrikanische Kunst geplant und zum ersten Mal ist auch eine Führung in Breton geplant.

Mit Visions d’Afrique, der ersten Ausstellung, die so viele Künstler der zeitgenössischen Kunstwelt zum Thema Afrika in der Bretagne versammelt, möchte Comœdia den Künstlern im Herzen der zeitgenössischen Kunst den Platz einräumen, der ihnen gebührt, aber auch über die regionalen Grenzen hinaus strahlen. Die Ausstellung wird am 24. Juli 2021 geschlossen.


Diesen Artikel teilen
Diesen Artikel teilen